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Über den Verein



Der Bayerische Localbahn Verein e.V. mit Sitz in Tegernsee hat seine Wurzeln in einem Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG), der zwischen 1969 und 1975 Dampfzugfahrten auf der privaten Tegernsee Bahn durchführte. Nachdem im Jahre 1975 die Betriebsgenehmigung der Lokomotive TAG 7, mit der diese Fahrten unternommen wurden, auslief und weder die Tegernsee Bahn AG noch die DGEG die anfallenden Kosten der notwendigen Reparaturen und Untersuchungen für einen weiteren Betrieb tragen wollten oder konnten, schloss sich im Oktober 1975 eine Gruppe von Eisenbahnliebhabern zusammen, die den Dampfzugbetrieb am Tegernsee aufrecht erhalten wollte.

Im Jahre 1976 konnte in Österreich die Dampflok 378.32, die im Verein aufgrund Ihrer Herkunft schnell den Namen Mizzi bekam, erworben werden. Mit dieser Maschine wurde der Betrieb historischer Züge, die sich in den folgenden Jahren wachsender Beliebtheit erfreuten, wieder aufgenommen. 1978 kehrte nach vielen Stunden Freizeitarbeit seitens der Vereinsmitglieder und dem Aufwand nicht unerheblicher Geldmittel die TAG 7 auf die Gleise der Tegernsee Bahn zurück. Damit war die Mizzi frei für eine Ausweitung des Dampfbegeisterungsbazillus in Bayern. Die Lokomotive wurde fortan auf zwei Strecken der ebenfalls privaten Regentalbahn im Bayerischen Wald eingesetzt. Damit war ein wesentliches Vereinsziel, der Betrieb von historischen Zügen, erreicht. Ein weiteres Ziel des BLV ist die Sammlung historisch wertvollen Eisenbahnmaterials Bayerns. Da Originallokomotiven, -wagen und -eisenbahnzubehör mehr Platz in Anspruch nehmen als eine Modellbahn, ergab sich schnell das Problem der geeigneten Unterstellmöglichkeit für die im Wachsen begriffene Sammlung des BLV. Zunächst liebäugelte der Verein mit der Übernahme des Lokschuppenareals der ehemaligen Isartalbahn in München -Thalkirchen. Pläne hier ein Museum einzurichten wurden jedoch aufgegeben, nachdem der 1877 errichtete Lokomotivschuppen in Bayerisch Eisenstein übernommen werden konnte. Hier entstand zwischen 1981 und 1994 mit Unterstützung öffentlicher Geldgeber, aber vor Allem durch die große Eigeninitiative des BLV das Localbahnmuseum Bayerisch Eisenstein. Dieses Museum ist in Fachkreisen wegen der Einmaligkeit der Sammlung bayerischen Nebenbahnmaterials anerkannt. Außerdem bildet es eine nicht mehr wegzudenkende Attraktion für den Fremdenverkehr im Bayerischen Wald.

 

 


Leider musste aus betrieblichen Gründen (Schließung eines Streckenteiles) der Dampfzugbetrieb auf der Regentalbahn aufgegeben werden. Als Ersatz hierfür wurden nun in Zusammenarbeit mit den tschechischen Staatsbahnen dampflokgeführte Züge von Bayerisch Eisenstein zu Zielen in Böhmen angeboten. Diese mussten 2007 auf Grund der nicht zu erwirtschaftenden Kosten wieder eingestellt werden.



Nachdem der BLV Ende 1999 den Lokschuppen und die Gleise in Tegernsee und Schaftlach räumen musste, zog der historische Dampfzug samt Wagensammlung nach Landshut ins dortige Betriebswerk um. Von hier aus wurde die inzwischen vereinseigene Lokomotive TAG 7 mit ihren Wagen ab dem Jahre 2000 auf vielen bayerischen Strecken eingesetzt. Die Lok hat 2001 im Bw Landshut ihre eine Hauptuntersuchung erhalten. Die TAG 7 verfügt seit 2004 über ein Zugsicherungssystem PZB 90 und Zugfunk GSM-R. Seit Mai 2008 und auf Grund eines Kesselschadens ist die TAG 7 nicht betriebsfähig.

Im Jahre 2001 wurde durch eine Gruppe jüngerer Vereinsmitglieder der Entschluss gefasst, die historische E-Lok 169 005 wieder in Betrieb zu nehmen. Nach ausgiebiger Besichtigung der Lok im Localbahnmuseum und durch fachkundige Recherchen konnte ein positiver Schad-bericht erstellt werden. Zur Durchführung einer Hauptuntersuchung wurde die 69er mit Hilfe einer Diesellok der Regentalbahn ohne Probleme nach Landshut geschleppt. Im Bw Landshut wurde die E-Lok ab Herbst 2001 zerlegt, alle Baugruppen gründlich untersucht und aufge-arbeitet. Ab Frühjahr 2002 wurden die instand gesetzten Baugruppen wieder zusammen-gefügt und bereits im Juli wurde die erste Abnahmefahrt erfolgreich unternommen. Bereits einige Tage später konnte die Lok auf ihrer alten Heimatstrecke zahlreiche Sonderzüge zwischen Murnau und Oberammergau die historische Wagengarnitur des BLV bespannen. Danach wurde die Lok durch die TAG 7 nach Tegernsee gebracht und bis zur endgültigen Abnahme durch die Behörden im Tegernseer Lokschuppen einige Wochen hinterstellt. Die 69er wurde zwischenzeitlich auch auf Zugsicherung PZB 90 und Zugfunk GSM-R umgerüstet, um frei im gesamten Streckennetz der DB eingesetzt werden zu können.




Seit April 2005 ist die Lokomotive 70 083 wieder betriebsfähig durch das DLW Meiningen aufgearbeitet. Nach einigen Vervollständigungsarbeiten und dem Einbau des Zugsicherungssystems PZB 90 sowie Zugfunk GSM-R steht die Lok 70 083 dem Verein  zur Verfügung. Seit der Reaktivierung wurden schon zahlreichen Dampfzugfahrten in ganz Bayern sowie im benachbarten Österreich mit ihr unternommen.

Die immer umfangreicher werdenden Aktivitäten des Vereins ließen auch die Mitgliederzahl wachsen. Rund 230 Personen aus nahezu allen Berufen bilden heute den BLV. Leider ist das Thema Mitgliederzahl auch das Sorgenkind des Bayerischen Localbahn Vereins. Wie bei vielen anderen Vereinen auch fehlt der Nachwuchs. Auch die hohe Zahl von 230 Mitgliedern darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die für den Betrieb und die Erhaltung eines echten Zuges und eines Museums notwendigen aktiven Mitglieder nur einen geringen Anteil ausmachen. Deshalb haben wir einen Tipp für Sie: Nirgendwo gibt es so eine Vielfalt von Anwendungen der Physik, Arten der Metall- und Holzver-arbeitung sowie verschiedener handwerklicher Tätigkeiten als bei der Eisenbahn. Überlegen Sie doch einmal, ob nicht auch für Sie die Beschäftigung mit der echten Bahn interessant wäre. Dringend notwendig für die Vereinsarbeit sind Mitglieder, die mit anfassen können. Keine Angst, die Tätigkeiten im Verein sind so vielseitig, dass wirklich jeder unter fachkundiger Anleitung nützlich ist.

Auch hier lässt man Sie gerne hinter die Kulissen schauen. Aber Vorsicht! Der BLV macht keinen Spielbahnbetrieb. Das notwendige Verantwortungsbewusstsein und die Sicherheitsregeln stehen nicht hinter denen der großen Staats- und Privatbahnen zurück. Wir freuen uns aber auch über Ihre Unterstützung durch Spenden oder Sachmittel.